P.A. Böckstiegel Freundeskreis e.V.
P.A. Böckstiegel
Freundeskreis e.V.

Presse

Sehr geehrter Besucher,

hier unser Pressebereich mit Artikeln zum Thema Peter August Böckstiegel. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben wir nicht. Sollten Sie über weitere Artikel verfügen, so senden Sie uns diese gern zu.

Ihr P. A. Böckstiegel Freundeskreis e.V.

 

 

Neue Westfälische vom 13.01.2017

Böckstiegel-Unikat als Schenkung

Entdeckung: Kunsthändler Nikolaus Nadrag übergibt Druck an den Freundeskreis

Im März beendet das Böckstiegelhaus in Werther-Arrode seine Winterpause. Besucher des Museums können dann eine bisher unbekannte Arbeit von Peter August Böckstiegel sehen – einen Titelblatt-Entwurf für die Zeitschrift Niedersachsen, geschaffen von Böckstiegel zur 700-Jahr-Feier Bielefelds. Dass das Haus das Werk fortan zeigen kann, verdankt es dem Bielefelder Kunsthändler Nikolaus Nadrag, der es zusammen mit zehn weiteren Werken aus der Sammlung der Familie Meise – ehemalige Nachbarn Böckstiegels – erworben und dem Freundeskreis Böckstiegel geschenkt hat.

 

Das Bild ist ab März zu sehen

Für das Blatt hat Böckstiegel auf seinen Holzschnitt „Vater Reiking“ (ein Nachbar) aus dem Jahr 1921 zurückgegriffen und selbigen um den roten Schriftzug „700 Jahre Bielefeld – Sonderheft Niedersachsen“ ergänzt. „Ein Unikat“, wie Nadrag betont. Böckstiegels Werk fand den Weg auf den Titel des Jubiläumshefts übrigens nicht. „Warum, das wissen wir nicht“, betont David Riedel, Leiter des Böckstiegelhauses, der sich über die Schenkung freut und das Bild ab März ausstellen und später im neuen Museum zeigen wird. Volker Strothmann, Geschäftsführer des Freundeskreises, schätzt es als „sowohl künstlerisch als auch stadthistorisch bedeutungsvoll“ ein und nennt es „eine Bereicherung der Sammlung“.

Neue Westfälische Zeitung vom 11.11.2016

Die Ausstellung hatte eine hervorragende Resonanz.

Alle Mitglieder des P.A. Freundeskreis e.V. erhielten von Herrn Nadrag den Katalog zur Ausstellung kostenlos zugeschickt.

Herzlichen Dank!

 

 

Westfalenblatt vom 08.04.2016

Neue Westfälische vom 17.02.2016

Die Glocke vom 17.12.2015

Die Glocke vom 29.09.2015

Westfalen-Blatt vom 31.07.2015

Haller Kreisblatt vom 30.07.2015

Westfalen-Blatt vom 08.05.2015

Die Glocke vom 26.11.2014

Westfalen-Blatt vom 04.04.2014

Haller Kreisblatt vom 13.11.2013 [Internet]

Haller Kreisblatt vom 14.08.2013

Neue Westfälische vom 13.08.2013

Haller Kreisblatt vom 19.07.2013

Westfalen-Blatt – Die Zeitung für Werther vom 06.04.2013

Die Glocke vom 05.04.2013

Westfalen-Blatt vom 14.12.2012

Die Glocke vom 07.08.2012

Zeitung für Werther vom 07.08.2012

Westfalen-Blatt vom 21.05.2010

Neue Westfälische vom 27.02.2010

Westfalenblatt vom 27.02.2010

Westfalenblatt vom 09.12.2009

Westfalenblatt vom 03.11.2009

Neue Westfälische vom 04.07.2009

Haller Kreisblatt vom 20.06.2009

Westfalen Blatt vom 05.05.2009

Westfalium Nr. 30 - Sommer 2009

Neue Westfälische Bielefeld vom 13.02.2008

(Foto NW, Kristin Bachmann)

Westfalenblatt Werther vom 12.02.2008

Haller Kreisblatt vom 11.02.2008

Neue Westfälische Bielefeld vom 11.02.2008

Westfalenblatt Werther vom 11.02.2008

Dresdner Neueste Nachrichten vom 29.09.2006

Schnittmenge "Arbeitswelten"

Mit Conrad Felixmüller (1897-1977), zumindest seinem "Liebespaar von Dresden" (1928), ist in der Elbmetropole wohl so ziemlich jeder vertraut. In den vergangenen Jahrzehnten konnte man hier seinen Werken verschiedentlich begegnen, etwa in der Schau "Kunst im Aufbruch" (1980), die sich der Dresdner Kunst zwischen 1918 und 1933 widmete. 1997 erinnerte vor Ort eine umfassende Präsentation der Werke der Dresdner Jahre zwischen 1910 und 1934, begleitet von einer zeitgleichen in der Galerie Döbele, an den 100. Geburtstag Felixmüllers. Fünf Jahre später, kurz vor seinem 25. Todestag, zeigte die Galerie Sillack, nur wenige Schritte von seiner einstigen Wohnung entfernt, grafische Blätter aus der Nachkriegszeit.

An diese zu erinnern, ist mit Blick auf die gerade eröffnete Schau "Arbeitswelten - Conrad Felixmüller und Peter August Böckstiegel" in der Städtischen Galerie Dresden von Interesse, konnte man doch dort einige Arbeiten sehen, die im Ergebnis von Felixmüllers zeitweiliger Rückkehr ins Ruhrgebiet 1974 entstanden waren. Bereits 1920 war der Künstler mit dem sächsischen Rompreis in der Tasche dorthin gereist. Bilder und Arbeiten auf Papier aus dieser Phase bilden ihrerseits nun den zentralen Teil der jüngsten, sich Felixmüller und seinem Schwager Böckstiegel widmenden Schau. Von Letzterem wiederum - auch daran sei erinnert - war am gleichen Ort vor zehn Jahren das druckgrafische Werk präsentiert worden, initiiert vom Lindenau-Museum Altenburg und weiter gewandert in die Städtische Galerie Albstadt, die der Dresdner Kunst bekanntlich seit Längerem zugetan ist. Die nunmehrige Präsentation, in Kooperation mit der Kunsthalle Bielefeld entstanden, wendet sich mit den "Arbeitswelten" erstmals dieser bedeutenden "Schnittmenge" im Werk beider zu.

Conrad Felixmüller hatte 1913 (1989-1951) an der Dresdner Kunstakademie den Westfalen Peter August Böckstiegel kennen gelernt, der nicht nur bei ihm mit seiner unabhängigen Malweise großen Eindruck machte. Böckstiegel wiederum dürfte die hohe Begabung des frühreifen Talents, das mit erst 16 Jahren an der Kunstakademie studierte, angezogen haben. Bald wandelte sich die Freundschaft beider zu einem familiären Verhältnis, als Böckstiegel 1919 Hanna, Felixmüllers Schwester, heiratete. Zahlreiche gegenseitige Porträts, von denen einige auch in der Ausstellung hängen, belegen die langjährige Verbundenheit. So malte Böckstiegel 1914 den agilen Felixmüller in ganzer Größe, auf einem Stuhl sitzend, vor einer Blumentapete, die in ihrer malerischen Überhöhung ein wunderbares Eigenleben entfaltet und in gewisser Weise die Gefühle gegenüber dem jungen Freund unterstreicht. Eines der bekanntesten Bildnisse Felixmüllers wiederum ist das von 1926 - also schon in der Zeit der beginnenden Abkehr vom Expressionismus entstanden -, wo er Böckstiegel als einen in seiner bäuerlichen Umgebung verwurzelten Künstler zeigt. Zu sehen sind darüber hinaus einige Selbstbildnisse der beiden, etwa die von 1913 (Böckstiegel) und 1915 (Felixmüller). Zu den beeindruckenden und hier auch weniger bekannten Bildern der Schau gehört "Abschied" (1915), das Böckstiegel mit Hanna zeigt. Anders als viele andere war er nicht von der nationalistischen Euphorie jener Zeit ergriffen und lehnte den Krieg ab. Und diese Haltung bringt das Bild mit dem sich gegenseitig stützenden Paar, auf dem sich der Maler mit seinen Pinseln "bewaffnet" darstellt, neben der Ungewissheit über die eigene Zukunft durchaus zum Ausdruck.

Besonders in den im Zentrum der Ausstellung stehenden 1910er und 1920er Jahren begegneten sich beide Künstler in der Thematisierung der Arbeitswelt. Böckstiegel, verwurzelt im dörflichen Leben um Arrode, einem Ort unweit von Bielefeld, verbrachte die Sommermonate von 1919 bis 1945 jeweils in seinem Elternhaus und wandte sich den ihn dort umgebenden Menschen zu. Sein expressiver, kraftvoller Duktus, der sich häufig mit reinen Farben. besonders Rot und Gelb verband, erscheint als ein ganz eigener Stil, der seine Wurzeln noch in Berührungen zu Cézanne, Gauguin und van Gogh gehabt haben dürfte. Er malte häufig seine Familie bei oder nach der Arbeit auf dem Feld. Gerade in seinen Elternbildern ist die Schwere dieses Lebens in den Gesichtern und an den Armen und Händen der Dargestellten eingegraben, aber durchaus als Normalität wie die Landschaft und die Jahreszeiten. Das ist wohl auch die Basis für die bodenständige und dabei überpersönliche Ausstrahlung seiner besten Werke, wozu gewiss die Porträts der alten Bauern - beeindruckende Charakterköpfe - gehören.

Felixmüller dagegen zog es in das Zentrum der Schwerindustrie, ins Ruhrgebiet. Wurzeln dafür mögen in seiner Herkunft liegen, aber vor allem wohl in der Zeit. So war sein Interesse an den arbeitenden Menschen in dieser Phase auch politisierter als bei Böckstiegel. Malerisch erlebte er als einer der Vorreiter der zweiten expressionistischen Welle um 1919/20, etwa in der Dresdner Sezession Gruppe 1919, einen ersten grandiosen Höhepunkt in seinem Schaffen. In der Ausstellung beeindruckt das Bild "Kohlebergarbeiter auf dem Zechenhof" (1921). Dieses Werk, das kubistische Anklänge zeigt und vor allem auf das Schwere und Dunkle in der Existenz der Kumpel verweist, ist von großer Ausdruckskraft, Gleiches gilt für die grafischen Arbeiten, die häufig Arbeiterkämpfe der 20er Jahre thematisieren. Interessant ist ein Vergleich mit dem selbstbewusst erscheinenden "Hochofenarbeiter" (1927). Malerisch zeigt dieses Bild mit der Hochofenhalle im Hintergrund den Übergang des Künstlers zum Realismus an.

Auch wenn man unter den 76 Gemälden und Arbeiten auf Papier manches Bekannte entdeckt, so bietet die Zusammenführung unter dem Aspekt der "Arbeitswelten" eine neue Perspektive, zumal einige Blätter zu den bisher kaum je gezeigten aus den Nachlässen gehören. Insgesamt gaben 18 öffentliche und 16 private Sammlungen ihre "Felixmüllers" für die Ausstellung. Unterstützt hat die Schau auch der "P.A. Böckstiegel Freundeskreis e.V.", der sich der Pflege und Erhaltung des künstlerischen Erbes des Westfalen, einschließlich des Atelierhauses in Arrode, wo der Künstler 1951 verstarb, verschrieben hat. Bis heute lebt hier Sohn Vincent Böckstiegel und gewährt häufig Interessierten Einblick in die Welt seines Vaters.

Lisa Werner-Art

Bis 7. Januar 2007, Di - Do und Sa/So 10 bis 18, Fr 12 - 20 Uhr, Mo geschlossen; Katalog 24 Euro; Kunstgespräche "Felixmüller und Böckstiegel in Dresden" am 6. Oktober und 16. November, jeweils 16.30 Uhr; Führungen jeweils freitags 16 Uhr.

 

Sächsische Zeitung vom 12.09.2006

Volle Tuben, breite Pinsel und die Lust zu malen

Dresdner Neueste Nachrichten vom 12.09.2000